„Die Oper Köln ist ein todkranker Patient!“

Zum Duell nicht erschienen: Intendant Uwe Eric Laufenberg (rechts) wartete umsonst auf die Kulturmanager Georg Quander und Patrick Wasserbauer (links im Bild Operndirektorin Dr. Meyer und Betriebsdirektor Werner)

Zum Duell nicht erschienen: Intendant Uwe Eric Laufenberg (rechts) wartete umsonst auf die Kulturmanager Georg Quander und Patrick Wasserbauer (links im Bild Operndirektorin Dr. Birgit Meyer und Betriebsdirektor Tobias Werner).

Eigentlich sollte der neue Spielplan 2012/2013 der Oper Köln präsentiert werden. Querelen über die städtischen Zuschüsse zum Opern-Budget – Intendant Uwe Eric Laufenberg hält eine Etaterhöhung um fünf Millionen Euro für notwendig, die Stadt will nur zusätzliche zwei Millionen freigeben – bewirkten statt dessen einen Eklat. So blieben Patrick Wasserbauer, Geschäftsführender Direktor der Bühnen Köln und Kulturdezernent Georg Quander der Pressekonferenz am Mittag des 24. April fern. Stattdessen hatte Quander den Opernintendanten unmittelbar vor PK-Beginn per Brief (!) angewiesen, nur tatsächlich vom freigegebenen Etat gedeckte Inszenierungen zu präsentieren. Dazu sah sich wiederum Laufenberg nicht in der Lage – bis auf ganze sechs Aufführungen von Verdis „La forza del destino“ ab kommenden September, die einzigen, die nach Meinung des Opernmachers bisher finanziell abgesichert sind. Damit muss der Vorverkauf für die kommende Spielzeit erst einmal aufgeschoben werden.

Programmheft für die Tonne? Intendant Laufenberg weiß nicht, ob die geplanten Aufführungen realisiert werden können

Programmheft für die Tonne? Intendant Laufenberg weiß nicht, ob die geplanten Aufführungen realisiert werden können.

Abschied des Intendanten wahrscheinlich

Nun bleibt sowohl die Zukunft der Kölner Oper als auch die ihres Chefs erst einmal offen – jedenfalls offiziell. „Die Oper Köln ist ein todkranker Patient auf der Intensivstation, dem auch der Chefarzt Laufenberg nicht mehr helfen kann. Er kann nur noch sagen: Mein Gott!“, brachte der Intendant seine Sicht der Sache theatralisch auf den Punkt – und ließ damit zumindest gegenüber den Journalisten wenig Raum für Spekulationen über seine Pläne.

Optimismus bei „Am Pilz der Zeit“

Auch Kinderoper-Chefin Elena Tzavara konnte ihre Vorhaben für die kommende Spielzeit deshalb nur „im Konjunktiv“ präsentieren. Dies betrifft auch die Vorlesereihe „Am Pilz der Zeit“, die in Kooperation mit dem Jungen Literaturhaus Köln und der von SMC Koeln initiierten „IG Vorlesen“ am 30.9. mit RTL-News-Mann Wolfram Kons als Vorleser starten soll.

Gewohnt charmant: Kinderoper-Chefin Elena Tzavara berichtete von ihren Erfolgsproduktionen "Schneewittchen" und "Border" - und hofft, dass ihr Haus nicht dem Sparkurs zum Opfer fällt

Gewohnt charmant: Kinderoper-Chefin Elena Tzavara berichtete von ihren Erfolgsproduktionen "Schneewittchen" und "Border" - und hofft, dass ihr Haus nicht dem Sparkurs zum Opfer fällt.

Wir sind dennoch weiterhin optimistisch!