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Wildheit und Furcht im Duisburger cubus

Duisburg, 10.9.2010 – Anfang der 80er schlief Ronald Franke neben seiner Staffelei auf einem Hochhausdach, um den Sonnenaufgang über Duisburg nicht zu verpassen. Der Direktor des Museums für Binnenschifffahrt hatte Bilder vom Hafen bestellt – und der Kunststudent aus Köln eines der großen Themen seines Malerlebens gefunden. Neben kraftvoll-lebendigen Städteansichten, meist in Schwarz, Weiss und Grautönen, die Ölfarbe mit breiten Strichen großzügig auf der Leinwand verteilt, sind industriell-romantische Flusslandschaften und dynamisch bewegte Hafenanlagen Frankes bekannteste Motive.

Dieselbe Ernsthaftigkeit des jungen Mannes, der schon anfangs nur vor dem Objekt malte, treibt den renommierten Künstler auch mit 50 noch an. Zum Beispiel war der als expressiv-gegenständlicher Stilist heute wohl führende deutsche Maler seiner Generation monatelang “live” in Köln zu erleben – bei der Arbeit an großformatigen Leinwänden am Rand lärmumtoster Verkehrsknotenpunkte der Stadt. Jetzt, im Spätsommer 2010, sieht man Franke mit dem Skizzenblock häufig im (auch nicht ganz stillen) Kölner Dom – bei Vorstudien zu kommenden Werken, über die der nach wie vor jungenhaft wirkende Künstler noch nicht spricht.